Kosten

Gute anwaltliche Vertretung spart Zeit, Geld und Nerven!

Viele Mandanten haben noch nie anwaltliche Beratung oder Vertretung in Anspruch genommen. Die Mandatierung des Rechtsanwalts ist daher ungewohnt und wenig überschaubar,  wie sich die Vergütung des Rechtsanwalts berechnet. Die nachfolgenden Zeilen geben eine  Orientierung:

Rechtsanwaltsvergütungsgesetz

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz bildet die gesetzliche Grundlage für die Abrechnung der Vergütung von Rechtsanwälten.

Die Gebühren für eine Erstberatung sind in der Höhe durch das Gesetz beschränkt. Sofern über die Erstberatung hinaus eine außergerichtliche oder gerichtliche Vertretung stattfindet, so kann die Gebühr für die Erstberatung angerechnet werden.

Die Kosten für eine weitere Vertretung richtet sich zunächst danach, ob für das jeweilige Rechtsgebiet sogenannte Betragsgebühren oder Gebühren, die vom Gegenstandwert abhängig sind, in Ansatz zu bringen sind. In den meisten Rechtsgebieten richtet sich der Gegenstand nach dem „Wert des Streites“ für die Parteien. Ist beispielsweise eine Kaufpreisforderung eingeklagt, so entspricht diese dem Gegenstandswert. Anhand des Gegenstandswerts lässt sich aus der Wertetabelle die Vergütung für die geleisteten Tätigkeiten bestimmen. Die Vergütung des Rechtsanwalts entspricht nach der Wertetabelle dann in der Regel einem kleinen Bruchteil des Gegenstandswertes.

Vergütungsvereinbarung

Oftmals bietet sich für Mandant und Rechtsanwalt eine Gebührenvereinbarung an. In Abweichung vom Regelfall des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes kann hierdurch einen sehr hohe Flexibilität erreicht werden. So können unter anderem mehrere Gegenstände umfasst und ein Gegenstandswert festgelegt werden. Die Abrechnung kann in Form einer Stundenvergütung oder Pauschalvergütung erfolgen.

Beratungshilfe / Verfahrenskostenhilfe

Mandanten ohne hinreichendes Einkommen können beim Amtsgericht einen Beratungshilfeschein erhalten. Für die anwaltliche Beratung entsteht dann nur eine Selbstbeteiligung von 15,00 €. Bei einer gerichtlichen Vertretung kann durch das Gericht Verfahrenskostenhilfe oder Prozesskostenhilfe bewilligt werden.

Rechtsschutzversicherung

Sofern Ihre Rechtsschutzversicherung eine Kostendeckungszusage erteilt hat, werden von dieser die Rechtsanwaltsgebühren und auch etwaige Gerichtskosten vollständig übernommen. Im Falle einer Selbstbeteiligung fallen lediglich in dieser Höhe Kosten an.

Die Deckungsanfrage bei der Rechtsschutzversicherung kann von Ihnen selbst eingeholt werden. Dies kann auch gern von mir übernommen werden. Gerade bei schwierigen Sachverhalten oder unklarer Rechtslage ist dies sinnvoll.

Einige Rechtsschutzversicherer empfehlen im ersten Telefonat dem Versicherungsnehmer bestimmte Rechtsanwälte. Es handelt sich dabei um sogenannte Vertragsanwälte der Rechtschutzversicherung. Dem Kunden werden dabei zumeist finanzielle Anreize, wie günstigere Prämien, in Aussicht gestellt. Der Versicherer spart Geld, da er mit dem Rechtsanwalt Sonderkonditionen in Abweichung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes vereinbart hat. Der Vertragsanwalt erhält eine geringere Vergütung von der Versicherung, dafür jedoch wird er von der Versicherung empfohlen.

Der BGH hat diese Praxis in Vorgabe durch die EuGH-Rechtsprechung für grundsätzlich zulässig erklärt. Es ist meines Erachtens jedoch höchst bedenklich, da sich die Interessenwahrnehmung ausschließlich am Wohl des Mandanten zu orientieren hat. Dies ist allerdings für den Vertragsanwalt kaum möglich, wenn die Deckungsübernahme selbst streitig wird.

Der Versicherungsnehmer ist jedoch nicht gehalten der Empfehlung der Versicherung zu folgen. Es besteht das Rechts auf freie Anwaltswahl. Die Versicherung ist bei Deckungszusage verpflichtet, für jeden Rechtsanwalt die Gebühren zu übernehmen.